Kranebitter Florian

In den kleinen Dörfern des Inntals finden sich wahre Perlen der Kultur und Landwirtschaft, so zum Beispiel in Inzing. Der Hof der Familie Kranebitter ist eine davon. Er ist unübersehbar, imposant, fast stiehlt er der Dorfkirche gegenüber die Aufmerksamkeit. Das stattliche Bauernhaus ist mit vielen Lüftlmalereien versehen. Ein Obstgarten drängt sich eng an das Wirtschaftsgebäude.

Kranebitter Florian Mühlweg 1 6401 Inzing Map Telefon: 05238 888 80 Email: apfelsepp@gmx.at

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Paradiesische Zustände für Früchte

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Hof in Inzing für seinen mustergültigen Obstgarten bekannt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Auch das Brennen von Schnaps war von Beginn an Teil der Obstbaukultur und ist es noch. Lediglich die Viehzucht stellte man 1980 ein und investierte mit Weitblick: Florian Kranebitter pflanzte Spindelkulturen. „Die Hangneigung, die Boden-Zusammensetzung und selbst das Klima sind ideal“, erzählt er. Für gutes Aroma und reiche Säure im Apfel sei die Temperaturschwankung von Tag und Nacht unerlässlich, ebenso wie eine ständig wehende leichte Brise. Auch Zwetschke, Kirsche, Marille, Quitte und Williamsbirne kultiviert Familie Kranebitter mit hohem Fachwissen. Der drei Hektar große Obstgarten liefert zwanzig Jahre später den gewünschten Ertrag und stellt den Haupterwerb des Traditionshofes. Der Großteil der Früchte gelangt über das Obstlager Haiming als Tafelobst in den Frischhandel. Mit den restlichen, baumreifen Früchten stellt Florian Edelbrand her. Er verfügt über das Recht der „Abfindungsbrennerei“.

The Winner is…

Florian Kranebitter stellt mit Passion erstklassige Edelbrände her. Er geht 2012 zum fünften Mal als Landessieger aus der Tiroler Schnapsprämierung hervor. Im gleichen Jahr nimmt die Destillata ihn in den Kreis der Auserwählten auf – eine hohe Ehre. Kirsch- und Hollunder sind Edelbrand des Jahres, fünf Goldmedaillen liegen für Kranebitter ebenfalls am Siegertisch. Worin liegt das Geheimnis seines Erfolges? Der Obstbaufachmann zieht 400 Bäume ausschließlich für die Brennerei und erntet die Früchte direkt vom Baum ins Fass. Dem folgen die akribisch kontrollierte Temperatur während der Vergärung und das traditionelle Brennverfahren in zwei Durchgängen, dem Rau- und Feinbrand. Schließlich ist die Sensorik, die scharfe Wahrnehmung im Bewerten und Messen mit menschlichen Sinnen, Voraussetzung dafür, die „goldene Mitte“ zwischen Vorlauf und Nachlauf zu finden. Zugleich verweist Florian Kranebitter stolz auf seine Familie: „Ohne den Zusammenhalt aller könnten wir niemals Obstbau, Brennerei und Direktvermarktung schaffen.“

Schule des guten Geschmacks

Den altehrwürdigen Stall restaurierte Familie Kranebitter mit viel Geschmack. Die stattlichen Gewölbe zieren Lüftlmalereien – im selben Stil wie die Außenwände des Hofes. Holzbänke unterhalb der geschwungenen Fensternischen und schwere Tische aus Birnenholz laden zum Verweilen. Zum optischen Genuss gesellt sich der des Gaumens, wenn Florian und sein Vater Josef Kranebitter die feinen Erzeugnisse in gut gewählter Abfolge einschenken. „Wir führen von den Schnäpsen mit einfacheren Aromen zu den intensiven“, kündigt Josef an. Mehr verrät er nicht, denn alles andere entfaltet sich beim Besuch. Manch einer pflichtet beim Verlassen des außergewöhnlichen Hofs einem Spruch bei, der dort an die Wand gepinselt ist: „Hätt‘ Adam schon den Schnaps besessen, er hätt‘ den Apfel nicht gegessen!“